Grottenhof in Leibnitz
Am Grottenhof stand ein Renaissanceschloss, das vor gut 200 Jahren abgetragen wurde. In seinem erhaltenen Westtrakt sitzt heute das Besucherzentrum des Naturparks Südsteiermark. Die Katastralgemeinde, amtlich Grottenhofen, umfasst 2,63 Quadratkilometer an Sulm und Laßnitz und bis hinauf zum Kogelberg, zu einem Drittel Wald. In der Ortschaft Grottenhof lebten Anfang 2026 196 Menschen.
| Grottenhofen | Angabe |
|---|---|
| Katastralgemeinde | Grottenhofen, Nummer 66121 |
| Ortschaft | Grottenhof, 196 Einwohner am 1. 1. 2026 |
| Fläche | 2,63 km² |
| Nutzung | 34 % Wald, 39 % Äcker und Wiesen, 10 ha Weingärten |
| Gemeinde | seit 2015 Leibnitz, davor Marktgemeinde Kaindorf an der Sulm |
| Nachbarn in Leibnitz | Kaindorf, Leibnitz, Seggauberg und Kogelberg |
| Denkmäler | sechs Einträge in der Denkmalliste des Bundesdenkmalamts |
| Postleitzahl | 8430 |
Grottenhof oder Grottenhofen?
Beide Namen sind richtig, sie bezeichnen nur Verschiedenes. Grottenhofen heißt die Katastralgemeinde, also die Einheit im Kataster mit ihren Grenzen und Flächen. Grottenhof heißt die Ortschaft, für die Statistik Austria die Einwohner zählt, und so heißen auch das Besucherzentrum und die Adressen. Eine eigene Gemeinde war Grottenhof nie: Bis Ende 2014 gehörte es zur Marktgemeinde Kaindorf an der Sulm, seit 2015 zur Stadt Leibnitz.
Vom Meierhof zum Besucherzentrum
Im 12. Jahrhundert legten die Salzburger Erzbischöfe an der Mündung der Laßnitz in die Sulm eine Meierei an, einen Wirtschaftshof. 1571 erwarb Matthäus Amman das Gut und baute es zum Renaissanceschloss um. Für kurze Zeit war Grottenhof damit ein protestantisches Gegengewicht zum katholischen Schloss Seggau, nach Ammans Tod wechselten die Besitzer häufig. 1751 ersteigerte das Bistum Seckau den Grottenhof, rund ein halbes Jahrhundert später wurde das baufällige Schloss abgetragen. Stehen blieben das Schlosstor und der Westtrakt. Das Bundesdenkmalamt führt das Gebäude als ehemaligen Speicher des Schlosses Seggau.
Heute ist der Westtrakt das Besucherzentrum Grottenhof des Naturparks Südsteiermark, der 2002 als Verein der Naturparkgemeinden gegründet wurde und seit 2009 sein Büro hier hat. Im Kompetenzzentrum nebenan arbeiten außerdem das Regionalmanagement Südweststeiermark, das Steirische Weinland und das Bezirksjagdamt.
Was es am Grottenhof gibt
- Ausstellung „Zeitreise Naturpark Südsteiermark“ über die Entstehung der Kulturlandschaft, mit einem 3D-Projektionsmapping, einer begehbaren Baumhöhle und einem Riesen-Würfelpuzzle. Dazu kommt die Ausstellung „Honig - das goldene Wunder der Natur“. Eintritt für beide 6 Euro, Kinder 3 Euro.
- Landschaftspark auf 4,3 Hektar mit zwei Kilometern Wegen, einem Teich und einem 800 Quadratmeter großen Spielplatz, ganzjährig frei zugänglich. Gepflanzt ist, was im Naturpark heimisch ist, bis zu Reben, Streuobst und Hopfen.
- Bienenlehrpfad, einen Kilometer lang mit zehn Tafeln und einem Lehrbienenhaus, sowie ein Natur-Lehrpfad und ein Bauerngarten mit alten Kultursorten.
- Genuss-Shop und Vinothek mit Produkten ausschließlich regionaler Erzeuger.
Das Besucherzentrum hat von Mittwoch bis Sonntag zwischen 9 und 17 Uhr offen, Winterpause ist vom 24. Dezember bis 14. Februar. An den Adventwochenenden findet hier der Winterzauber am Grottenhof statt. Mehr über das Schutzgebiet steht unter Naturpark Südsteiermark.
Die Annabrunn-Kapelle
In einer Talsenke westlich des Besucherzentrums steht die Kapelle der heiligen Anna, gebaut über einem Quelltümpel. Das Wasser, das „Annabründl“, galt als heilkräftig bei Augenleiden. Schon seit 1730 zahlte der Leibnitzer Dechant jährlich für die Erhaltung des „Annabrunnkreuzes“. 1856 baute der Leibnitzer Gastwirt Johann Nepomuk Fuchs, dem der Annabrunn-Weingarten gehörte, ein Bethaus an und erhielt die Erlaubnis, dort Messe zu feiern. Nach dem Ersten Weltkrieg verfiel der Bau, 1956 wurde der Rest abgebrochen, und in Gemeinschaftsarbeit entstand eine neue Kapelle, die im Juli 1957 geweiht wurde. Die Stadtpfarre Leibnitz führt sie heute als Messkapelle.
Weitere Denkmäler
Neben dem Grottenhof und der Annabrunn-Kapelle stehen in Grottenhofen der Reitstall Bergmühle, der Bildstock „Blauer Josef“ und eine ehemalige Eisenbahnbrücke unter Denkmalschutz. Die Brücke gehörte zur Sulmtalbahn von Leibnitz nach Pölfing-Brunn, die am 13. Oktober 1907 eröffnet und im Mai 1967 eingestellt wurde. Die stählerne Bogenbrücke über die Laßnitz an der Grenze zu Kaindorf ist ihr bekanntestes Überbleibsel, die damalige Marktgemeinde Kaindorf ließ sie 2002 restaurieren.
Essen, Übernachten, Buschenschank
Am Grottenhof 5 steht das Hotel Staribacher, ein Familienbetrieb seit über hundert Jahren mit 41 Zimmern, Hallenbad und Seminarräumen. Sein Restaurant trägt eine Haube. Die untere Kogelbergstraße gehört ebenfalls noch zu Grottenhofen, mit der Buschenschank Schulter auf Nummer 24, die von Freitag bis Sonntag ab 14 Uhr offen hat. Weiter oben beginnt Kogelberg. Weitere Adressen stehen unter Buschenschänke in Leibnitz.
Einwohner seit 1770
Das Historische Ortslexikon der Akademie der Wissenschaften verzeichnet Grottenhof 1770 mit 47 Häusern und 182 Einwohnern. Am meisten Menschen lebten hier 1971, nämlich 305. Seither ist die Zahl gesunken, auf 224 im Jahr 2001 und 196 im Jahr 2011, und lag Anfang 2026 laut Statistik Austria wieder bei 196. Die Zahl der Häuser hat sich in derselben Zeit fast verdoppelt, von 47 auf 91.
Häufige Fragen
Heißt es Grottenhof oder Grottenhofen?
Beides. Grottenhofen ist der Name der Katastralgemeinde, Grottenhof der Name der Ortschaft, des Besucherzentrums und der Adressen.
Wann hat das Besucherzentrum Grottenhof offen?
Von Mittwoch bis Sonntag zwischen 9 und 17 Uhr. Vom 24. Dezember bis 14. Februar ist Winterpause. Der Landschaftspark ist ganzjährig frei zugänglich.
Was ist das Annabründl?
Eine Quelle in einer Talsenke von Grottenhof, über der die Kapelle der heiligen Anna steht. Ihr Wasser galt als heilkräftig bei Augenleiden. Die heutige Kapelle wurde 1957 geweiht.
Stand: 22. Oktober 2026 · Geschichte und Angebot nach dem Besucherzentrum Grottenhof (dort auch Ausstellungen, Landschaftspark und Kompetenzzentrum); Annabrunn nach Paul Anton Keller, Blätter für Heimatkunde 34 (1960); Sulmtalbahn nach der Gemeinde Heimschuh; Hotel nach staribacher.at; Denkmäler nach der Denkmalliste des Bundesdenkmalamts; Flächennutzung nach der Regionalinformation des Bundesamts für Eich- und Vermessungswesen (Stand 31.12.2025); Einwohnerentwicklung nach dem Historischen Ortslexikon Steiermark und Statistik Austria. Grenzen und Lage nach OpenStreetMap.