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Tempelmuseum Frauenberg

Tempelmuseum Frauenberg: Museumsgebäude, Glasüberdachung über den Grabungen und freigelegte Fundamente, dahinter der Turm der Wallfahrtskirche

Auf dem geschichtsträchtigen Frauenberg, in direkter Nachbarschaft zur heutigen Wallfahrtskirche, entführt Sie das Tempelmuseum an einen Ort von besonderer spiritueller Kraft. Es steht exakt auf den Fundamenten eines einst prächtigen römischen Tempelbezirks und macht die jahrtausendealte Vergangenheit der Region auf einzigartige Weise erlebbar.

Ein Berg der Götter - Von der Steinzeit bis heute

Der Frauenberg war zu jeder Zeit ein spirituelles Zentrum. Archäologische Funde belegen eine ununterbrochene kultische Nutzung des Hügels, die von der Jungsteinzeit über die Kelten- und Römerzeit bis zur christlichen Wallfahrtstradtion reicht, die bis heute lebendig ist. Besucher wandeln hier buchstäblich auf heiligem Boden, der über Epochen hinweg Menschen angezogen hat.

Das Heiligtum der Isis Noreia

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Blütezeit des Ortes während des Römischen Reiches. Damals befand sich hier ein überregional bedeutender Pilgerort, der der Göttin Isis Noreia gewidmet war - einer faszinierenden Verschmelzung der ägyptischen Göttin Isis mit der keltischen Hauptgöttin Noreia. Die Tempelanlage war vom 1. bis ins 4. Jahrhundert nach Christus ein zentraler Ort des Glaubens in der römischen Provinz Noricum.

Das Stadtmuseum von Leibnitz

Wer das Stadtmuseum von Leibnitz sucht, steht hier richtig: Ein eigenes Haus dieses Namens gibt es nicht, das Tempelmuseum ist das Stadtmuseum. Diesen Status trägt es offiziell seit der Gemeindestrukturreform 2015, mit der Seggauberg zu Leibnitz kam - sechzig Jahre nach der Eröffnung.

Begonnen hat alles 1951, als Landesarchäologe Walter Modrijan beim ehemaligen Missarhaus grub und auf die Reste eines römischen Podiumstempels stieß. Am 26. Juni 1955 öffnete das Haus als „Römermuseum" und diente schon damals als Stadtmuseum. Der erste Leiter Eduard Staudinger setzte früh auf Schulklassen - 1959 kamen 69 davon.

1985 stellte die Stadt die Förderung ein, das Museum stand vor dem Aus. Gerettet haben es neue Funde im Leibnitzer Feld, die Gemeinde Seggauberg und das Landesmuseum Joanneum. 1987 bekam es seinen heutigen Namen. Seit 2007 gräbt Bernhard Schrettle am Frauenberg; in dieser Zeit kamen keltische Goldmünzen, eine Merkurstatue und Darstellungen von Ammengöttinnen zutage. 2025 wurde das Haus siebzig Jahre alt.

Was Sie im Museum erwartet

Das moderne Museumsgebäude schützt nicht nur die originalen Fundamente, sondern präsentiert auch die faszinierenden Fundstücke direkt am Ort ihrer Entdeckung.

  • Einblicke in den Götterkult: Bestaunen Sie Statuen, kunstvolle Votivgaben und Reliefs von Gottheiten.
  • Zeugnisse des Lebens: Entdecken Sie Inschriftensteine, Münzen und Alltagsgegenstände, die vom Leben der Pilger und Priester erzählen.
  • Moderne Architektur an historischem Ort: Erleben Sie, wie zeitgemäße Gestaltung die antiken Schätze eindrucksvoll in Szene setzt.

Ein Besuch im Tempelmuseum Frauenberg ist somit weit mehr als ein gewöhnlicher Museumsbesuch. Es ist eine tiefgründige Begegnung mit den spirituellen Wurzeln der Steiermark, gekrönt von einem atemberaubenden Ausblick über das Leibnitzer Feld.

Stand: 19. August 2026 · Angaben zur Museumsgeschichte nach dem Beitrag „70 Jahre Tempelmuseum Frauenberg" im Newsroom der Stadtgemeinde Leibnitz.